2/28/2008

Vermeintliche Verurteilung von Terrorismus durch Deobandis

Das berüchtigte islamische Deoband-Seminar folgt dem Vorbild der englischen Regierung und hat alle Formen des Terrorismus als unislamisch bezeichnet. Diesem Schritt wird deshalb große Aufmerksamkeit geschenkt, weil die Deobandis als Stichwortgeber der Dschihadisten eine wichtige Rolle spielen. Beim Counterterrorism Blog gibt es eine Übersetzung der Erklärung, aus der allerdings hervorgeht, dass es sich um einen Text handelt, aus dem kein bisschen hervorgeht, inwiefern dem Islamterrorismus tatsächlich abgeschworen wird. Und selbst wenn der Aufruf auf Gewaltverzicht ernst gemeint sein sollte, dann handelt es sich immer noch um den Aufruf zum friedlichen Dschihad gegen den Westen.

Obwohl die Erklärung der Deobands eingangs tatsächlich "alle Arten von Gewalt und Terrorismus" ablehnt, richtet sich das Augenmerk der Erklärung vor allem auf die Verurteilung von "Terrorismus, voreingenommenen und diskriminierenden Haltungen der [indischen] Regierung gegen die muslimische Gemeinschaft". Als Grund für den Angriff auf den vermeintlichen antimuslimischen Terrorismus wird das Bedürfnis der Regierung benannt, "die tyrannischen und kolonialen Herrscher des Westens zufriedenzustellen". Von diese "Kräften" würde nicht nur Indien beeinflusst werden, sondern "ihre Aggression, Barbarei und ihr vom Staat finanzierter Terrorismus nicht nur in Palästina, Irak und Afghanistan, sondern auch in Bosnien und diversen Südafrikanischen Ländern haben alle Rekorde der menschlichen Geschichte übertroffen."

So wie man in England die Terroranschläge islamischer Terroristen als "unislamisch" bezeichnet, erklären auch die Deobandis Terror und Gewalt für unislamisch. Das Problem ist eben nur, dass per Definition ausgeschlossen wird, ein Muslim könne Terrorist sein. Und damit wird der Terror dann einzig und allein zum Produkt westlicher Staaten, eine Sichtweise, die mit Sicherheit auch von Terrorpapi Osama bin Laden geteilt wird. Darüber hinaus gibt es in der gesamten Erklärung gibt es nicht den geringsten Hinweis darauf, dass die Aktionen des globalen Dschihad hier tatsächlich verurteilt werden. Entweder könnte man behaupten, die Selbstmordattentäter des 11. September seien eben keine Muslime gewesen oder man erklärt, sie seien keine Terroristen, sondern eben heilige Krieger. Das lässt die Erklärung bewusst offen. Es gibt keinen Anlass dazu, die Erklärung der Deobands zu begrüßen. Im Gegenteil handelt es sich lediglich um eine weitere Kriegserklärung an den Westen.

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