5/26/2008

Deutschland - Venezuela - Iran

Als Hugo Chavez Kolumbien als das Israel Lateinamerikas bezeichnete, wollte er damit sagen: "Kolumbien ist böse!" So, wie die Nazis in "den" Juden das absolut böse sahen, stellt für Hugo Chavez der Staat Israel das größte Übel in der Welt dar. Deshalb hat er sich mit den eliminatorischen Antisemiten im Iran verbündet, um den Judenstaat endlich "von der Landkarte zu fegen". Vor diesem Hintergrund ist es dann auch gar nicht mehr weiter verwunderlich, wenn lateinamerikanische Linke mit Hitlers Mein Kampf unter dem Arm herumlaufen und Chavez als großer Held der Hisbollah gefeiert wird.

Aber erinnern wir uns nocheinmal an Chavez Hasstiraden gegen das lateinamerikanische Israel: Damals hatten die Streitkräfte der Kolumbianer ein Guerillero der FARC getötet, ein Mann namens Raul Reyes, auf dessen Computer sich diverse Daten über die Verbindungen zwischen den Terroristen in Kolumbien und Venezuela fanden.

Nun wurden die Daten auf Reyes Laptop ausgewertet und siehe da:
Im Januar 2005 hatte der Chef-Guerillero demnach seinen Sohn Ariel Robespierre Devia (Deckname "Roberto") in geheimer Mission nach Berlin geschickt. Er sollte die Propagandaarbeit der Farc in Deutschland ankurbeln und die Beziehungen zu den Linken wiederbeleben, die weitgehend ruhten – vor allem wegen "der neuen Anti-Terror-Gesetze", wie "Roberto" in seinem Reisebericht an Reyes schrieb. Er traf sich mit PDS-Politiker Wolfgang Gehrcke und Vertretern der DKP. Gehrcke habe ihm vorgeschlagen, dass die PDS sich im Europaparlament dafür einsetzen könnte, die Farc von der Liste der terroristischen Organisationen zu streichen.
Wie war das noch gleich, als die Hisbollah zwei israelische Soldaten entführt hatte und danach jeden Tag unzählige Raketen nach Israel abschoss? Damals wurde nicht nur Chavez zum großen Freund der Hisbollah, dessen Konterfei man zwischen allen möglichen Nazigesichtern aufhängte, auf die sich die Terrororganisation zu beziehen pflegt, sondern auch Wolfgang Gehrcke machte sich in kleinerem Rahmen mit Nasrallah gemein:
Am 12. August marschierten in Berlin über 2000 Menschen gegen Israel auf. „Friedensdemonstration“ nannte sich das, aus dem Lautersprecherwagen ertönten Parolen wie: „Wir sind alle Hizbollah!“, „Hizbollah bis zum Sieg!“ und „Kein Platz für Israel!“ In der ersten Reihe schritt selig lächelnd Wolfgang Gehrcke, Bundestagsabgeordneter und Vorstandsmitglied der Linkspartei. Der Bundesvorstand hatte zur Teilnahme an der Demonstration aufgerufen. Angemeldet hatte sie Nabil Rachid, ein palästinensischer Aktivist, der auf seiner Homepage Reden des Londoner Islamismus-Sympathisanten George Galloway veröffentlicht und sich akribisch darum bemüht nachzuweisen, dass Israel ein „Apartheidstaat“ sei. Bei der letzten Bundestagswahl kandidierte er – erfolglos – in Berlin-Neukölln für die Linkspartei.
Galloway ist nebenbei nicht nur einfach ein Islamismus-Sympathisant, sondern insofern ein Vorreiter des linken Bündnisses mit dem radikalen Islam, als dass er mit der Respect-Partei den Versuch unternahm, linke Spinner aus England mit der Muslimbruderschaft zusammenzubringen. Aber zurück zu Gehrcke: Dass der Mann ein Teil der Achse, die sich von der Linkspartei bis nach Kolumbien und von dort nach Venezuela und in den Iran erstreckt, ist seit langem bekannt. Dass man ihn nun direkt mit Raul Reyes in Verbindung bringen kann, ist vor dem Hintergrund von all dem Quatsch, den Gehrcke in den letzten Jahren abgesondert hat, nichts weiter, als ein Tropfen auf den heißen Stein. Wer sich auf seiner eigenen Homepage mit Palästina-Schal abbildet, von dem ist auch zu erwarten, dass er mit Leuten wie Chavez gemeinsame Sache macht.

(Hat-Tip: Eberhard Schwartz)

Und weil es so schön passt: Das bislang lustigste Chavez-Ahmadinedjad-Foto, das ich seit langem gesehen habe, gibt's bei Planet Hop: Irgendwie kann man schon verstehen, weshalb die Linke denkt, sie könne Chavez und Ahmadinedschad in die Arbeiter-Einheitsfront einreihen.

5/23/2008

Imam mit Schlips

Aus dem Newsletter der israelischen Botschaft:

Im Iran soll nun der Import von Krawatten verboten werden. Wie ein hochrangiger Vertreter der iranischen Zollbehörden gestern mitgeteilt hat, widersprechen sie dem „Wesen der iranischen Kultur“; damit müsse es nun ein Ende haben.

Der stellvertretende Generaldirektor der Zollbehörden, Asgar Hamidi, wurde von der Nachrichtenagentur Fars dahingehend zitiert, dass scharfe Aktionen ergriffen werden müssten, um die Einfuhr von Schlipsen zu stoppen.

Krawatten sind im Iran während der Zeit des Shahs in Mode gekommen. Im Zuge der islamischen Revolution von 1979 wurden sie von den Behörden als Zeichen der Westernisierung verboten. Seitdem werden sie von Regierungsvertretern und Amtsträgern vermieden.

Freiwillige der iranischen Revolutionswächter durchkämmen die Straßen mit Scheren in den Händen, um notfalls Schlipse abzuschneiden, wenn sie einem begegnen. Die iranische Polizei hat unterdes bekannt gegeben, dass sie die „Sittsamkeitskontrollen“ in der Öffentlichkeit verdoppeln will.

Im vergangenen Jahr ist im Iran ein bisher beispielloser Feldzug zur Durchsetzung des muslimischen Dresscodes geführt worden. Vor allem Frauen wurden auf offener Straße zurechtgewiesen und teils von der Polizei abgeführt.
Archivaufnahmen legen die Vermutung nahe, dass selbst der Imam™ heimlich Krawatten getragen hat. Wie dieses Foto von Chomeinis Ankunft in Teheran zeigt, hat er unter seiner Robe einen Schlips versteckt (Bild anklicken zum Vergrößern):


Und auch Ahmadinedschad hat nichts gegen den Schlips an sich. So lange die Leute, die das Ding tragen, dumm genug sind, findet der iranische Präsident Krawatten sogar ein bisschen sexy:


Happy Birthday auf französisch

5/21/2008

Frieden, Frieden über alles!

Während man im Iran daran arbeitet, eine Atombombe herzustellen, machen sich deutsche Experten daran, einen Weg aus der "Eskalationsspirale" zu finden. Anstelle von Sanktionen oder gar einem Krieg, der das iranische Regime in die Knie zwingen könnte, soll man den Mullahs geben was sie wollen, da dies den Frieden garantiere: Da vom Iran kein Einlenken zu erwarten sei, müsse eben der Westen einknicken.

So argumentiert der Politikberater Christoph Bertram im Tagesspiegel: Deeskalation sei nur dann möglich, wenn man die andere Backe hinhalte und den Mullahs gebe, was sie wollen. Dass die Mullahs eine Atombombe entwickeln lasse sich ohnehin nicht verhindern und ein Krieg sei um jeden Preis zu verhindern:
Also weiter hinauf in der Eskalationsspirale? Statt so weiterzumachen wie bisher und erfolglosen Drohungen und zahnlosen Sanktionen neue folgen zu lassen, sollten die Verantwortlichen im Westen endlich innehalten und ihre Strategie gegenüber dem Iran überdenken.

Ausgangspunkt dieses Umdenkens muss die Erkenntnis sein, dass es auch in sechs Jahren nicht gelungen ist, das iranische Atomprogramm zu stoppen. Das Gegenteil ist eingetreten: Es ist durch internationalen Druck nicht gebremst, sondern beschleunigt worden. Will der Westen am „Weiter so“ festhalten, wird er am Ende nur zweierlei erreichen: die Befürworter der Bombe in Teheran werden gestärkt, und in einer Region von immenser Bedeutung für Sicherheit und Wohlstand des Westens wird der Iran, das gewichtigste Land der Region, zu einem dauerhaften Erzfeind.
Die Argumentation liest sich wie folgt: Der Iran wird nicht einlenken. Die Bombe lässt sich nicht aufhalten. Also sind wir ganz lieb und nett und geben den Mullahs was sie wollen. Soetwas nennt sich dann Deeskalationsstrategie und bewahrt den Frieden, zumal man es sich auch aus strategischen Gründen nicht mit dem Iran verscherzen sollte.

Wenn es aber zutreffen würde, dass vom Iran kein "Einlenken" zu erwarten ist und es tatsächlich ausgemacht wäre, dass man dort in naher Zukunft im Besitz der Atombombe sein wird, dann ist der gute Frieden ohnehin verloren: Da Ahmadinedjad und Konsorten lauthals und in aller Öffentlichkeit die Wiederholung des Nationalsozialistischen Massenmordes fordern, werden sie auch diesbezüglich nicht einlenken und früher oder später versuchen, den jüdischen Staat zu zerstören. Es ist nicht auszudenken, was passieren würde, wenn sie zu diesem Zweck Atomwaffen zur Verfügung hätten. Folgt man Bertrams Argumentation, kann es nur noch darum gehen, das schlimmste zu verhindern: Es wäre geboten, einen Krieg zu führen, um ein größeres Übel zu verhindern, nämlich einen nuklearen Vernichtungskrieg gegen die jüdische Bevölkerung Israels.

Aber stattdessen behauptet Bertram plötzlich, es sei keineswegs sicher, dass die Mullahs auch tatsächlich an einem Atomprogramm arbeiten. Hat er zuvor behauptet, ein solches lasse sich gar nicht mehr aufhalten, wird im nächsten Atemzug erklärt, es sei gar nicht sicher, dass es ein solches überhaupt gäbe. Aber diese Widersprüche löst Bertram auf, indem er behauptet, sie seien irrelevant:
Natürlich wäre es höchst unerwünscht, wenn der Iran die Bombe entwickelte. Aber die Katastrophe, die viele im Westen für diesen Fall an die Wand malen, wäre das nicht. Wer behauptet, damit würde der Startschuss zu einem nuklearen Wettlauf im Nahen und Mittleren Osten gegeben, muss erklären, warum Israels Bombe das nicht bewirkt hat. Wer meint, Teherans Führung werde mit der Bombe andere Staaten angreifen, vergisst, dass die Atombombe als militärisches Angriffsmittel untauglich ist: wer sie abschießt, stirbt als Zweiter – im Falle des militärisch schwachen und technologisch rückständigen Iran sogar als Erster. Selbstmörder sind die Mullahs nicht.
Die Geschichte lehrt, dass Antisemiten es gerne in Kauf nehmen als zweiter zu sterben, wenn es ihnen nur gelingt, Juden zu ermorden. Als militärisches Instrument mag die Bombe tatsächlich untauglich sein, aber als Mittel zum Judenmord sind Nuklearwaffen sehr wohl geeignet. Und einen solchen hat man im Iran bereits angekündigt.

Selbstverständlich ist Bertram auch der Meinung, der Westen sollte sämtliche Sanktionen einstellen und "ohne Vorbedingungen" mit den Mullahs verhandeln und eine "Entspannungspolitik" betreiben, die es dem Iran in letzter Konsequenz ermöglichen wird, an Atomwaffen zu gelangen. Und natürlich werden alle möglichen weiteren Wunschträume formuliert, die in dem Ziel einer "strategischen Partnerschaft" mit dem iranischen Regime gipfeln, einem Staat, der seine eigene Bevölkerung konsequent unterdrückt, Oppositionelle und Andersdenkende verfolgt und außenpolitisch einen Terrorkrieg gegen den Westen führt.

Nimmt man die Prämissen von Bertram ernst, kommt man nicht darum herum, sämtliche seiner absurden Schlussfolgerungen zu verwerfen. Stattdessen müsste man einen Krieg gegen Iran fordern, denn wenn es stimmt, dass sich das Regime weder zum Einlenken bewegen lässt, noch davon abstand nehmen wird, Atombomben zu entwickeln, dann hilft tatsächlich nur noch eine militärische Intervention.

5/10/2008

Grüne Ein-Staaten-Endlösung in Berlin

Die berliner Sektion der Grünen Partei gibt nicht einmal vor, den Geburtstag Israels zu feiern. Stattdessen organisiert sie eine antiisraelische Hetzveranstaltung, auf der die israelische Staatsgründung als große Katastrophe, als Nakba, bedauert wird. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass dort die Abschaffung des jüdischen Staates gefordert wird:
Zwei Staaten in Palästina?

Das Konzept der Ein-Staaten-Lösung
und die aktuellen Entwicklungen in Nahost

Diskussionsveranstaltung am Dienstag den 20.05.2008 mit:

Omar Barghouti
Palästinensischer Publizist und Politikberater
Prof. Dr. Fanny-Michaela Reisin

Präsidentin der Internationalen Liga für Menschenrechte und Gründungsmitglied der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost


Liebe Freundinnen und Freunde,

Herzlich lädt die Landesarbeitsgemeinschaft für Frieden und Internationales von Bündis90/ Die Grünen Berlin euch
zu unserer Diskussionsveranstaltung
am 20.05.2008 um 19 Uhr ein.

Zum 60. Mal jährt sich in diesem Frühling die Gründung des Staates Israel und der Ausbruch des ersten Arabisch-Israelischen Krieges. Der Krieg von 1948-49 stellte sowohl für die arabischen als auch die jüdischen BewohnerInnen Palästinas einen der einschneidendsten Wendepunkte ihrer Geschichte dar. Dem jüdischen Staat gelang es, sich im Verlauf der Kampfhandlungen zu konsolidieren, wohingegen Hunderttausende der arabischen Bewohner PalästinasInnen ihre ursprüngliche ursprüngliche Heimat verloren.
Diesen 60. Jahrestag wollen wir nun zum Anlass nehmen, um mit Fanny-Michaela Reisin und Omar Barghouti über die Zukunft Palästinas zu diskutieren. Nicht nur die palästinensische Autonomiebehörde und Israel, sondern auch das Nahost-Quartett und die deutsche Bundesregierung haben sich auf eine Zwei-Staaten-Lösung festgelegt. Doch ihre Umsetzung scheint durch die fortschreitende israelische Besiedlung des Westjordanlandes, die Errichtung der Sperrmauer, durch die von beiden Seiten begangenen Gewaltakte und die internationale Isolation der Hamas mehr als ungewiss. Fraglich ist, welche Schritte unternommen werden müssten, um die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates neben Israel trotz der jetzigen Situation zu ermöglichen. In seinem Vortrag wird sich Omar Barghouti mit alternativen Lösungsansätzen wie dem Modell einer Ein-Staaten-Lösung auseinandersetzen und die möglichen Konsequenzen für Israelis und PalästinenserInnen aufzeigen. In der Folge wird Fanny-Michaela Reisin zu den Thesen Barghoutis Stellung beziehen.

Die Veranstaltung wird um 19 Uhr am Dienstag den 20.05.2008
im Abgeordnetenhaus zu Berlin stattfinden.
Die Adresse ist Niederkirchnerstr. 5, 10111-Berlin.
Genaue Raumnummer bitte dem Display im Foyer des Abgeordnetenhauses entnehmen.
Die Vorträge und die Diskussion werden in Englisch sein.
Die armen Palästinenser, so heißt es, hätten durch die Gründung Israels ihre "Heimat" verloren, während die Juden ein Leben in Saus und Braus führten. Deshalb soll die Zukunft "Palästinas" diskutiert werden und damit die Existenz Israels. Da, so suggeriert der Ankündigungstext, eine "Zwei-Staaten-Lösung" illusorisch sei, müsse eine "Ein-Staaten-Lösung" her und da es auf der Veranstaltung nicht um die Zukunft Israels gehen soll, kann man sich bereits vorstellen, wie eine solche aussieht: Israel muss weg! Dass man mit der Hamas sprechen möchte, kann da überhaupt nicht mehr verwundern: Sowohl in Berlin, als auch in Gaza, strebt man die Endlösung des "Nahostkonflikts" an.

Um diese Botschaft zu verbreiten, hat man mit Omar Barghouti einen einschlägig bekannten Antisemiten eingeladen, der sich zwar als Palästinenser ausgibt, tatsächlich aber in Qatar geboren wurde. In Deutschland ist soetwas jedoch vollkommen egal, denn hierzulande hat man die Herkunft eines Menschen stets vernachlässigt und stattdessen auf Volkszugehörigkeit verwiesen. Und da Barghouti erklärt, seine Eltern seien aus "Palästina" geflohen, gilt er eben als Palästinenser.

Antisemit ist Barghouti vor allem deshalb, weil er behauptet, die Israelis würden von Halacha und Torah zu systematischen Verbrechen an den Palästinensern motiviert. Das ist natürlich ebenso bescheuert, wie die Vorstellung von Hakennasigen Juden, die anlässlich von Pessach Blutmatzen aus kleinen palästinensischen Kindern backen, aber es ist zu befürchten, dass Barghouti genau das meint, wenn er von "Verbrechen am palästinensischen Volk" spricht. Und auch sonst ist er relativ deutlich:
Mr.Barghouti makes clear: "It is not the occupation of the West Bank that is the problem, but the existence of Israel itself" "..what seems to escape the mainstream opinion makers is that during the current intifada, the Israeli army has crossed many of its former red lines, committing crimes that are reminiscent in form -- though certainly not in scale -- of Nazi crimes against European Jews." As for the Israeli Left? "What left? Those in Israel who officially call themselves 'the left' -- the Zionist left, more accurately -- easily make the far-right parties in Europe look as moral as Mother Teresa..."
Aber wir wollen uns hier nicht mit Barghouti aufhalten. Das Konzept der Veranstaltung besteht darin, Ausgewogenheit zu suggerieren, indem man einen palästinensischen Feind Israels einlädt und einen jüdischen. Solche Ausgewogenheit zu ermöglichen ist zumindest alleiniger Zweck der "Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost", dem Fanny-Michaela Reisin angehört.

Dass Frau Reisin nichts dagegen hat, mit Antisemiten zusammenzuarbeiten, ist seit ihrer Teilnahme an der "Stop the Wall-Konferenz" in Köln bekannt, auf der nicht nur Spenden für die Terroristen im Irak gesammelt wurde, sondern auf der man sich auch bei der Hamas-nahen Organisation International Solidarity Movement für "Einsätze in Palästina" melden konnte.

Leute wie Frau Reisin erzählen den Deutschen zum Beispiel, was diese schon immer wussten, nämlich dass der Staat Israel ebenso schlimm sei, wie der Nationalsozialismus:
In ihrer Arroganz und in ihrer Fixiertheit auf moderne Technologien der Zerstörung, treten sie [die Regierenden in Israel] die Lehren der Völkergemeinschaft nach den Erfahrungen des Judenhasses des Naziregimes mit Füßen. Die kostbarste und wichtigste Lehre lautet: Es hat kein Volk das Recht, ein anderes Volk gering zu schätzen. Es hat kein Mensch das Recht sich als Herrenmensch über andere Menschen zu erheben.
Auch sonst handelt es sich um eine Frau, die den üblichen Quatsch von sich gibt: Hamas und Hisbollah, würden eigentlich den Frieden wollen, während Israel den Krieg möchte, Israel und die USA sind an allem schuld, Israels Existenz werde von niemandem bedroht und so weiter und so fort...

Glücklicher Weise hat die Grüne Partei, die Ankündigung zu ihrer Hetzveranstaltung zur Beseitigung Israels mit den E-Mail-Adressen und Telefonnummern der Verantwortlichen versehen, damit man sie dafür loben kann, dass sie eine solche Veranstaltung organisieren:
Die SprecherInnen der LAG Melanie und Niko.
Melanie Müller
Melanie_mueller@email.de

Niko Pewesin
niko.pewesin@googlemail.com

Weitere Informationen zur LAG: http://friedeninternat_blog.gruene-berlin.de/

5/02/2008

Iran-Konferenz

In den letzten Tagen hatte ich sehr viel um die Ohren und bin nicht dazu gekommen hier auch nur irgendetwas zu schreiben. Und auch dieses Wochenende werde ich nicht online sein, da ich nun nach Berlin fahre, um die Iran-Konferenz zu besuchen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, hier ein letztes Mal auf diese Veranstaltung hinzuweisen: Alle wichtigen Informationen gibt es beim Mideast Freedom Forum Berlin.

4/23/2008

Wie die deutsche Friedensbewegung mit den Mullahs paktiert

Als das Nuclear Weapons Inheritance Project (NWIP), eine Unterabteilung der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), im April 2007 mit einer Delegation nach Teheran reiste, war bereits bekannt, dass im Iran die atomare Zerstörung Israels vorbereitet wird. Da die Mullahs so ziemlich alles verboten und mit barbarischen Strafen belegt haben, was ihnen in aus diesem oder jenem Grund nicht gefällt, verwundert es sehr, dass ausgerechnet eine Organisation, die sich der Verhütung eines Nuklearkrieges verschrieben haben möchte, im Iran so ohne weiteres ein- und ausreisen darf. Schließlich hat man in der Islamischen Republik gleich mehrere Male erklärt, man wolle den jüdischen Staat "von der Landkarte wischen", und dass man dieses Ziel mit Hilfe von Atombomben durchsetzen möchte ist ein offenes Geheimnis.

Liest man jedoch den Reisebericht der Delegation nach Teheran, wird schnell deutlich, dass es sehr wohl im Interesse der Mullahs liegt, Atomwaffengegner aus Europa im Iran zu empfangen: Indem sich der Iran mit der Friedensbewegung verbündet, kann er sich ein weiteres Mal als verfolgte Unschuld darstellen, die nicht nur von den bösen Amis, sondern auch von "den" Juden, ganz zu unrecht bedroht wird. Und da die "Friedensbewegten" gerne auf jede Kritik an den Mullahs verzichten und die iranische Propaganda bereitwillig aufnehmen und zuhause weiter verbreiten, kann der Besuch von den alten Europäern nur nützlich sein.

Dabei ist es von einigem Interesse, einen genaueren Blick darauf zu werfen, wie die Kontakte der IPPNW in den Iran eigentlich aussehen. Zunächst erfahren wir, dass die Mullahs eine Art Partnerorganisation gegründet haben, über die der Besuch in Teheran abgewickelt wird:
Im Januar 2007 hatte bereits eine Iran-Reise der schwedischen IPPNW (SLMK) stattgefunden, an der auch Wenjing Tao als einzige Studentin teilnahm, und so konnten wir bei unserer Planung auf wertvolle Kontakte zurückgreifen: Unsere Gastgeber waren Studenten und Ärzte der Society for Chemical Weapons Victims Support (SCWVS).
Dass es sich hierbei um eine Tarnorganisation der Islamischen Republik handeln muss, ist allein schon deshalb offensichtlich, weil jeder, der sich tatsächlich für Frieden im Iran einsetzt, von den Mullahs eingesperrt oder umgebracht wird. Die SCWVS wurde hingegen offiziell als Nichtregierungsorganisation anerkannt, ein Verwaltungsvorgang, der über das iranische Innenministerium läuft:
Society for Chemical Weapons Victims Support(SCWVS) is a Non Governmental Organization which has been approved by the Ministry of Interior according to NGOs registration rule (part A, article II of 584,585 domestic law, July1998).
Solche "NGO's" - nebenbei ein Begriff, der bereits in seiner Anwendung auf den Iran nur als schlechter Witz verstanden werden kann - sind nichts anderes als ein Instrument der Mullahs, mit dem diese Versuchen, ihrer Propaganda die nötige Glaubwürdigkeit zu verleihen, so zum Beispiel, wenn die "iranischen Nichtregierungsorganisationen" gemeinsam eine Resolution gegen "militärische Interventionen und Sanktionen gegen Iran" verabschieden:
[S]anctions or threat of military attack on Iran by the United States and its allies will not resolve the conflicts and tensions between the states; they will lead to dire and irreparable human consequences, and moreover, will serve to strike a massive blow to the nascent civil society in Iran; - sanctions or military intervention in Iran will put to waste all attempts at building an indigenous internal democracy and the promotion of human rights. This will reverse for years, or even decades, the domestic process of reforms; - any military intervention or foreign interference to create ethnic conflict and domestic unrest will further discredit international institutions and conventions and undermine respect for international conventions. We therefore demand an end to all foreign threats, sanctions and military intervention, against Iran. To resolve the differences, we urge the United States and its allies to enter direct dialogue with Iran on all points of dispute without preconditions, instead of resorting to threats and hostile confrontation.
Etwa zur selben Zeit, als die Delegation der NWIP nach Teheran reiste, fuhren zwei prominente Mitglieder der SCWVS, Dr. Shahriar Khateri und Dr. Mohammad Reza Soroush, für eine Propagandatournee gegen den möglichen Krieg gegen das iranische Regime in die Vereinigten Staaten. Insgesamt fällt auf, dass die Aktivitäten dieser "NGO" einzig und allein darauf abzielen, im Ausland nützliche Idioten für gemeinsame Aktivitäten im Namen des Mullah-Staates zu gewinnen: Wenn Delegationen der ausländischen Friedensbewegung Teheran besuchen, werden sie in das "Friedensmuseum" der SCWVS geführt und bekommen ein politisches Programm geboten, das die Argumente für Ahmadinedjads nuklearen Holocaust präsentiert. Da ist es nur konsequent, dass die iranische "Nichtregierungsorganisation" lediglich eine englischsprachige Homepage besitzt. Im Iran selbst würde man ohnehin sofort durchschauen, dass es sich bei solchen Gruppen lediglich um ein Instrument der Islamischen Republik handelt.

Aber auch da kann die IPPNW Ahmadinedjad und Konsorten behilflich sein: Im Gegensatz zur SCWVS besitzt die iranische Studentenorganisation der Ärzte gegen den Atomkrieg einen persisch- und englischsprachigen Blog, auf dem ausführlich über die Aktivitäten der Gruppe in Teheran berichtet wird. Dort werden nicht nur viele neue Mitglieder verzeichnet, sondern es finden sich auch Bilder zu Veranstaltungen, die die Gruppe in Teheran unternimmt, zum Beispiel eine Regimetreuen Antikriegskundgebung, auf der es natürlich kein bisschen um die Verbrechen der Mullahs ging, sondern einzig und allein um den drohenden Krieg, der dem iranischen Regime ins Haus steht, wenn es seinen Krieg gegen Israel und die Vereinigten Staaten fortsetzt. (Interessant ist nebenbei, dass die IPPNW dieselben Motive verwenden, wie eine andere Tarnorganisation der Mullahs, die Organisation CASMII, über die weiter unten die Rede sein wird).

Dass die Freunde der deutschen und europäischen Friedensbewegten von SCWVS lediglich den verlängerten Arm der Mullahs repräsentieren wird jedoch vor allem am politischen Programm deutlich, mit dem sich die iranreisenden Atomwaffengegner sich ihre Zeit in Teheran vertrieben haben:
Anschließend fand eine Plenumsdiskussion mit Dr. Edalat von CASMII (Campaign Against Sanctions and Military Intervention in Iran) und anderen Studenten aus Kanada statt. Ihm zur Folge sei das Atomprogramm des Iran ausschließlich für friedliche Zwecke. Ein militärisches Waffenprogramm würde das Ansehen des Irans in anderen islamischen Ländern erheblich schädigen, so Dr. Edalat. Auch seien es während der siebziger Jahre die USA (Rumsfeld und Cheney) gewesen, die dem Iran Atomtechnologie schmackhaft gemacht hätten. Was folgte, in der Kooperation mit dem Westen, waren nur Enttäuschungen, sowohl Frankreich und Deutschland haben ihre Versprechung, spaltbares Material und Reaktoren bereitzustellen, nie komplett eingelöst und unverrichteter Dinge den Iran allein gelassen. Hinzu kommt, dass während des Iran-Irak-Krieges die internationale Gemeinschaft versagt hatte, denn es gab weder Sanktionen noch öffentlichen Protest der UN gegen den Einsatz chemischer Waffen durch den Irak.

Wie stehen also die Iraner den aktuellen Entwicklungen um das vermeintliche Atomwaffenprogramm gegenüber? Prinzipiell halten sie es aufgrund der Fatwa für undenkbar und daher dessen Existenz für ausgeschlossen, jedoch herrscht auch ein Gefühl der Bedrohung durch die USA, Großbritannien und Israel und Unverständnis gegenüber Vorschriften des Westens, mit Nachdruck gegenüber der USA.
Dr. Edalat, der den Gästen des iranischen Regimes hier die Positionen erklärt, die die Mullahs gerne in der "Friedensbewegung" vertreten haben würden, ist Vorsitzender von CASMII einer Lobbyorganisation des iranischen Regimes, die in England gegründet wurde und seit 2006 in den USA und seit 2007 auch Deutschland aktiv ist, um die Aktionen der Fünften Kolonne Teherans mit denen Regimekritischer Iraner und den jeweiligen "Friedensbewegungen" zu koordinieren:
Zwei andere Iranlobbyorganisationen, die seit 2005 in England gegründet worden sind, nennen sich „Action Iran“ und „Campaign Against Sanctions and Military Invention in Iran, CASMII“. Zu den Mitarbeitern dieser Organisationen gehören, Dai zufolge, Frau „Rudabe Schafii“, Frau „Elahe Rostami“, Frau Siba Mir-Husseini“, Frau „Hale Afsha“, Herr „Pirus Mojatahedsadeh“ und einige mehr.

Der Vorsitzende der CASMII ist Abbas Edalat. Bevor er nach London ging, arbeitete er als Informatiker an der Teheraner Universität. Er soll eng mit einem in London ansässigen Verein namens „Towhid“ zusammenarbeiten, der offiziell vom iranischen Regime geführt wird. Anfang Januar 2006 begann er in den Vereinigten Staaten mit dem Aufbau eines Netzwerkes, das der iranischen Diktatur dienen soll, berichtet Dai. Das Netzwerk hält auch akademische Veranstaltungen ab. Beispielsweise soll Edalat, Anfang Januar 2006, einen Vortrag am Massachusetts Institute of Technology gehalten haben. Zu den akademischen Persönlichkeiten dieser Organisation sollen Wissenschaftler, wie Dr. Abbas Milani, Dr. Hushangh Amirahmadi und Siamak Namazi gehören.

Der Vorstand der CASMII fordert in einer Erklärung alle Iraner auf, gleich welcher politischer Schattierung, den Iran zu verteidigen und schreibt: „Jenseits unserer Meinungen über die Islamische Republik und jenseits der Menschenrechtsprobleme, die im Iran existieren, müssen alle Iraner ohne zu zögern, aufstehen und sich an der Bewegung gegen den Krieg beteiligen. Die Verteidigung des Iran gegen einen möglichen US-amerikanischen-britischen-israelischen Angriff auf Iran ist nicht gleichzusetzen mit der Verteidigung der Islamischen Republik Iran.“
Die iranische "NGO" SCWVS, bei der die Medizinstudenten gastierten, koordiniert ihre Arbeit also mit der Fünften Kolonne der Mullahs in den Vereinigten Staaten und Europa. Edalat weiß, wie er argumentieren muss, wenn er es mit Leuten aus der westlichen Welt zu tun hat, eine Fähigkeit, die den politischen Aktivisten des Mullahregimes im Iran mit Sicherheit fehlt. Deshalb fliegt man ihn in Teheran ein, wenn man dort Schulungen für europäische oder amerikanische Friedensbewegte anbietet.

Das, was die Reise der IPPNW im kleinen vorführt, die Zusammenarbeit von Friedensbewegung und den Vertretern des iranischen Regimes über vermeintliche Nichtregierungsorganisationen, die offiziell das Ziel verfolgen, sich für den Frieden einzusetzen, wird auch von CASMII in Deutschland betrieben und ebenso wie die Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, macht sich auch die deutsche Friedensbewegung zum willigen Vollstrecker des iranischen Regimes.

Im November des letzten Jahres startete CASMII eine deutsche Website und rief danach auf der Seite ghawami.com zu einer "Vernetzung aller friedlich gesinnten Menschen" auf, um "einen oft befürworteten Krieg noch abzuwehren" . Als Kontaktperson wurde die E-Mail Adresse des Politikwissenschaftlers Ali Fathollah-Nejad angegeben, der zuvor durch schlechte antiamerikanische Pamphlete aufgefallen ist, die vor einem Krieg gegen die Mullahs warnen. Dabei verknüpft er seine Funktionen als Wissenschaftler mit seiner Tätigkeit bei CASMII, von der sich abgesehen von dem Aufruf auf ghawami.com, bisher kein Wort verloren wurde. Seine jüngste "Studie", über "Iran im Auge des Sturmes" wurde jedoch auch über die Fünfte Kolonne der Mullahs in Deutschland verbreitet und läßt sich lediglich auf den Seiten von CASMII herunterladen (die Bundeszentrale für Politische Bildung belohnte das nebenbei mit einem Link zu Fathollah-Nejads Text). Offenbar fürchtet Fathollah-Nejad um seinen guten Ruf als Wissenschaftler, wenn seine Verbindungen zur Islamischen Republik publik werden und verzichtet deshalb darauf, seinen Namen offen mit CASMII in Verbindung zu bringen. Kurz nachdem ich damals einen Link auf ghawami.com legte, verschwand die Seite aus dem Netz und ist seitdem lediglich als Kopie aus dem google-Cache zu finden.

Auch die anderen Personen, die an CASMII Deutschland beteiligt sind, ziehen es vor im Verborgenen zu bleiben. Weder ist bekannt, wieviele Mitglieder die Organisation besitzt, noch weiß man etwas darüber, wo die Verantwortlichkeiten liegen. Allerdings sind die Aktivitäten der Fünften Kolonne insofern bekannt, als dass die Internetseite immer wieder zu Veranstaltungen aufruft, bei denen allerdings nie so genau klar ist, wer eigentlich als Veranstalter fungiert.

Der erste wichtige Termin im Kalender von CASMII lag am 8. Dezember 2007, als in Köln ein Konsultationstreffen der "Kampagne gegen Iran-Krieg" im kölner Institut Italo Svevo stattfand. Auch sonst rufen die Mullahs gerne zu Veranstaltungen der Friedensbewegung auf, wie zum Beispiel der Konferenz "Die Neuvermessung der Welt. Rohstoffkriege - Gewalt - Alternativen" des Friedenspolitischen Ratschlags in Kassel, der Internationalen Irak-Konferenz in Berlin, an der bekanntlich auch Nina Hagen teilnahm und den Ostermärschen in Essen/ Bochum, Hamburg, Karlsruhe und Kassel.

Wie eng die Bindungen zwischen CASMII und der Friedensbewegung sind, zeigen vor allem die Links, die von der Friedensbewegung auf die Seiten der irantreuen Aktivisten gehen. Eine Erklärung der Organisation wurde zum Beispiel auf den Seiten des Friedensratschlages in Kassel dokumentiert, in der sich nicht nur positiv auf die Propaganda von Angelika Beer bezogen wird (die damals gerade von einem Besuch in Teheran nach Deutschland zurückkehrte) sondern in der es auch heißt:
Die Sanktionen des UN-Sicherheitsrates gegenüber Iran sind illegitim: Sie schaden der iranischen Bevölkerung und dienen dazu, Kriegshandlungen den Weg zu ebnen. Daher ist es notwendig, dass diese Forderungen ohne Verzögerungen umgesetzt und die Resolutionen sowie Sanktionen des Sicherheitsrates gegenüber Iran aufgehoben werden.
Auch bei Attac wurde die Gründung von CASMII abgefeiert. Die Informationsstelle für Militarisierung (IMI) verlinkt Fathollah-Nejads "Studie" und ist so begeistert von dem Mann, dass sie seine Texte in ihren Mitteillungen abdruckt. Bei linksnet werden die Texte von Fathollah-Nejad ebenso veröffentlicht, wie auf den Seiten von indymedia.uk, wo man den Inhalt des Artikels mit einem antisemitischen Bildchen Illustriert, aus dem ganz deutlich hervorgeht, wo die Gemeinsamkeiten zwischen Linken und Mullahs zu finden sind.

Bei Indymedia plaudert Fathollah-Nejad aus dem antisemitischen Nähkästchen und zeichnet das Bild einer Verschwörung von Neocons und dem American Israel Public Affairs Committee, die es ganz allein aufgrund von Machtgier darauf abgesehen hätten, den ach so friedlichen Iran anzugreifen. Illustriert wird der Text von dem folgenden Bildchen, das nicht nur bei Indymedia auftaucht, sondern auch bei globalresearch.ca, wo der Text von Fathollah-Nejad ein weiteres Mal abgedruckt wurde:


Dass die Zeichnung gleich zwei Mal unter demselben Artikel von Fathollah-Nejad auftaucht lässt keinen Zweifel daran, dass er nichts gegen die Judenfeindliche Bebilderung einzuwenden hat. Schließlich gibt sie den Inhalt seines Textes ganz treffend wieder.

Aber nicht nur Friedensbewegte und Linke können sich für CASMII so sehr begeistern, dass sie die Seite empfehlen. Bei den Islamisten von der Shiajugend, die dafür bekannt ist, dass sie die Beseitigung des jüdischen Staates fordert und zur Fangemeinde des Antisemiten Ayatollah Chomeini gehört, erklärt man CASMII gar zur Partnerseite und freut sich wie bei Attac über die die deutsche Internetpräsenz des Vereins.

Vor allem weist CASMII aber auf Veranstaltungen mit Ali Fathollah-Nejad hin, der ein gern gesehener Gast bei Linken ist. Der Auftakt seiner Deutschlandtournee fand am 28. Februar 2008 statt und wurde mit einem Vortrag an der Universität Münster begangen, an der auch die "Studie" entstanden ist, die von der Bundeszentrale für Politische Bildung, der IMI und CASMII so gelobt wurde. Dort hielt Fathollah-Nejad ein Referat zu dem Thema "Iran im Fadenkreuz" und man kann sich vorstellen, dass er hier denselben Mist von sich gab, den man auch in seinen Artikeln nachlesen kann.

Am 3. März 2008 hielt Fathollah-Nejad einen Vortrag in Köln, in dem es um den "Dritten Weltkrieg" gegen den Iran ging und der auf Einladung der Rosa Luxemburg Stiftung NRW, dem Förderverein Kölner Friedensforum und anderen dubiosen Vereinen organisiert wurde. In der Ankündigung zur Veranstaltung heißt es unter anderem:
Inzwischen weiß die Welt es besser: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigte, dass Teherans Atomprogramm ausschließlich friedlich ist. Und ein Bericht des National Intelligence Estimate, eine Zusammenfassung der Ergebnisse der amerikanischen Nachrichtendienste, bestätigte im Dezember 2007, dass der Iran sein Atomwaffenprogramm bereits 2003 gestoppt hat.

Damit wird der Blick frei für die tatsächlichen Hintergründe der amerikanischen Drohpolitik und Kriegsvorbereitungen gegen den Iran: Die Islamische Republik ist das größte Hindernis, um einen Zugriff der USA auf den Nahen und Mittleren Osten sowie dessen Energiereserven vollständig durchzusetzen.
In einem Bericht über die Veranstaltung in Köln wird deutlich, dass Fathollah-Nejad argumentiert, wie ein Sprecher der Revolutionären Garden:
Im Kriegsfall würde der Iran massiv zurückschlagen, sowohl gegenüber den US-Streitkräften als auch gegen die amerikanischen Verbündeten in der Region – gegen Israel und die arabischen Golfstaaten.
Der Iran ist unschuldig, die Vereinigten Staaten und Israel sind böse. Man kommt sich vor, als würde man an einem Seminar in Ghom teilnehmen.

Am 10. April trat Fathollah-Nejad dann in Karlsruhe auf, wo er auf Einladung diverser Gruppen aus der Friedensbewegung gastierte, unter anderem der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, und am 16. April war er beim Friedensforum in Essen.

Während die Mullahs die Friedensbewegten nach Teheran einladen, um dort wie Tobias Pflüger, Angelika Beer, die Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges und anderen zu lernen, wie man den Iran am besten in Schutz nimmt, bietet die Friedensbewegung den Propagandisten der Mullahs in Deutschland ein Forum, um ihre Lügenmärchen auch hierzulande zu verbreiten. Allerdings handelt es sich auch hier um ein Verhältnis von Angebot und Nachfrage und nicht etwa um eine Unterwanderung: CASMII, Fathollah-Nejad und Konsorten erzählen den Friedensfuzzis genau das, was sie selbst denken: Der Iran ist "friedliebend", die USA und "die" Juden sind böse.

Und da man nicht genau weiß, wer nun eigentlich Mitglied bei CASMII ist, lässt sich auch nicht mehr sagen, auf welcher von den unzähligen Veranstaltungen, die von der Fünften Kolonne angepriesen werden nun eigentlich Mitglieder von CASMII auftreten. So ist zum Beispiel nicht klar, ob hinter Clemens Ronnenfeld, der ein Versöhnungsbund-Referent für Friedensfragen ist, das Kürzel CASMII deshalb auftaucht, weil er seinen Text dort veröffentlicht, oder ob er Mitglied ist. Ebenso verhält es sich mit einer Veranstaltung über Energiepolitik in Pinneberg, die von Angelika Beer moderiert wird. Es lässt sich gar nicht mehr unterscheiden, wer der Linken zugerechnet werden kann und wer antisemitischer Chomeinist ist. Aber irgendwie ist das ja auch egal, denn mittlerweile ist ja ohnehin beides dasselbe.

4/21/2008

Ganz viele Hassprediger bei der taz

Zur Iran-Konferenz, die am 3. und 4. Mai in Berlin stattfindet, wurden angeblich "Hassprediger" geladen. Das behauptet man zumindest beim tazblog:
Hassprediger frei Haus

DIE dürfen das also - weil sie a) keine bösen Orientalen sind, b) fett im Netz der Manipulamedien sitzen und c) stramme anti-anti-Semiten sind. WOW!

Außerdem will keiner von ihnen den Frieden - so wahr ich eine halbsemitische Rassenschande bin!

Na, dann machen wir doch mal kräftig Werbung für diese ‘legalen Haßprediger’ …ohne Turban und Bart (oder??)

116 mideast freedom lie.jpg

Klick den Banner - und geh’ in Deckung! Besser ist’s…

Dazu fällt mir tatsächlich nichts ein. Hier wird kein Argument formuliert! Stattdessen wird von eine Weltverschwörung der "Manipulamedien" unterstellt und... Ach, auf solch einen Scheiss sollte man gar nicht erst eingehen.

Worst Music Videos Ever: Why Must I Cry?

Reh Dogg steht unter der Dusche und tut, was er wirklich gar nicht kann: Singen.

4/17/2008

Und nun ein bisschen Musik...

Weil ich mich mal wieder mit der Uni herumärgern muss, verbringe ich meine Zeit damit, mich vor der Arbeit zu drücken, indem ich mir Musikvideos bei youtube anschaue. In den nächsten Tagen werde ich deshalb ein paar Ergebnisse meiner Suche nach "worst music video ever" präsentieren.

Hier gleich zwei unterschiedliche Versionen des Videos zu "I wanna love you tender" der finnischen Band Mervi Vesala:




4/12/2008

Post von Prof. Dr. Michael Vogt, Mitarbeiter bei secret.tv

Erinnert sich jemand an meinen Text über Ufos im Irak?

Anfang März fand die "Internationale Irak-Konferenz" der Friedensbewegung statt, zu der - neben der creme de la creme der europäischen Appeaseniks und Vertretern des "irakischen Widerstandes" - auch Nina Hagen und ihre Lieblingsverschwörungstheoretiker eingeladen wurden. Die exklusiven Rechte, eine Aufzeichnung des von Nina Hagen geleitete Abschlussplenums auszustrahlen, gingen an secret.tv, einem Internetfernsehsender, dessen Mitarbeiter dafür bekannt sind, sich besonders gerne auf antisemitische Hetzschriften, wie die "Protokolle der Waisen von Zion" und anderen verschwörungstheoretischen Unsinn zu beziehen.

Einer der Mitarbeiter von secret.tv hat mich nun darum gebeten, meinen Text zu verändern, da ich zu Unrecht behauptet habe, er würde auf Veranstaltungen der NPD auftreten. Es handelt sich hier um niemanden geringeren, als um Michael Vogt, den Macher der Filmes "Geheimakte Heß".

Dieser Film bezieht sich im Wesentlichen auf die Thesen des englischen "Historikers" Martin Allen. Dessen Buch über Heß basiert auf gefälschten Dokumenten und wurde in Deutschland von Gert Sudholt veröffentlicht, der von Telegraph.co.uk kurz als "Right-wing extremist who has been jailed for publishing revisionist history" vorgestellt wird. Über Sudholt und dessen Verbindungen zu Martin Allen heißt es weiter:
Mr Sudholt, whose stepfather, Helmut Sundermann, was deputy to Otto Dietrich, the Nazi press chief, has been prosecuted at least three times for printing far-Right material. He was jailed for six months in 1993 and received a suspended sentence in 1999 for similar offences.

A year later when the controversial British historian David Irving lost a libel action against an American professor who had called him a Holocaust denier, Mr Sudholt, 62, was described as one of the author's leading contacts in the world of German Right-wing extremism.

In addition to his publishing business, Mr Sudholt also runs the Society for Free Communication which offers former Nazi Party members and their families a platform for their opinions.

In the acknowledgments to Himmler's Secret War, Mr Allen's third book, the author thanks Mr Sudholt for his "great assistance in my search for testimony from eyewitnesses of Germany's past".

These are thought to include Gudrun Burwitz, Himmler's daughter, and Traudl Junge, the last surviving personal secretary to Adolf Hitler. Mrs Burwitz is regarded by most historians as an unrepentant Nazi. Mr Sudholt said that despite the furore over the documents he would still publish Mr Allen's book, even if the "three relevant pages" were cut.
Vogt ist für meinen Text über Nina Hagen und die deutschen Friedensbewegten eigentlich nicht weiter wichtig. Mir ging es vor allem darum deutlich zu machen, dass es sich bei secret.tv um ein Seite handelt, die von Leuten betrieben wird, bei denen es sich um überzeugte Antisemiten handelt oder um Personen, denen man wie im Falle Vogt ohne weiteres Kontakte zur rechten Szene nachweisen kann.

In meinem Text habe ich behauptete, Michael Vogt trete auf NPD-Veranstaltungen auf. Es handelte sich jedoch um eine Veranstaltung für die, so Spiegel Online, lediglich mit einer Presseerklärung der NPD geworben wurde. Offiziell wurde das Treffen an dem Vogt teilgenommen haben soll von der rechtsextremen Fraktion "Identität, Tradition, Souveränität" (ITS) des Europäischen Parlaments veranstaltet.

Das sind natürlich Haarspalterein, denn ob es sich um die NPD oder um andere Rechtsextremisten handelt ist mir persönlich reichlich egal. Ebenso gleichgültig ist es mir, ob Herr Vogt überhaupt an der besagten Veranstaltung teilgenommen hat. Er selbst behauptet nämlich steif und fest, nie dort gewesen zu sein. Die Kontakte in die Rechte kann man ihm trotzden nachweisen, so dass es irrelevant ist ist, ob Michael Vogt in diesem einen Falle bei der ITS war, an einem Treffen der NPD teilgenommen hat oder ganz einfach zuhause vor dem Fernseher saß.

Belege für seine Verbindungen zur Rechten Szene gibt es zuhauf und da es mir darum geht deutlich zu machen, dass er als Mitarbeiter von secret.tv eben solche besitzt, bin ich nicht besonders wählerisch: Vogt hat seinen Film über Heß zum Beispiel gemeinsam mit Olaf Rose produziert, der heute als Berater für die NPD im sächsischen Landtag fungiert. Er gibt der Jungen Freiheit Interviews, tritt bei Veranstaltungen der extremen Rechten auf und soll sich nach Informationen der Zeitung Blick nach Rechts sogar zu Terroranschlägen in Südtirol bekannt haben. Natürlich wäre da auch noch seine Mitarbeit bei secret.tv, wo man sich eben nicht nur mit lustigen Dingen, wie fliegenden Platformen, Seeungeheuern und Wasserautos beschäftigt, sondern eben auch gerne auf die vermeintliche Verschwörung des "Weltjudentums" bezug nimmt, wie sie in den "Protokollen der Waisen von Zion" beschrieben wird.

Inhaltlich habe ich nichts zurückgenommen, sondern lediglich eine kleine Passage korrigiert, die durch die Änderung tatsächlich an Genauigkeit gewonnen hat. Die Veranstaltung an der Vogt teilgenommen haben soll, ist wohl tatsächlich nicht von der NPD organisiert worden.

Weil ich die Mails von Herrn Vogt sehr lustig finde, möchte ich sie hier dokumentieren:
Hallo, Herr Zelig,

ich beziehe mich auf Ihre Aussage über meine Person in Ihrem Artikel über die Berliner Irakkonferenz und secret TV.

Natürlich ist es Ihnen unbenommen, Unsinn (wie über meine "Geheimakte Heß") zu schreiben und den Eindruck einer umfassenden Recherche zu erwecken, ohne je mit den handelnden Akteuren gesprochen zu haben. Das ist eine traurige Erscheinung des heutigen medialen Hinrichtungsjournalismus, der sich ganz im Stil des Stürmers aufführt und Menschen nuir aufgrund ihrer Position, ihres Glaubens, ihrer Nationalität diffamiert.

Aber das müssen Sie mit sich selbst ausmachen.

Was nicht geht, sind Unwahrheiten. Und Ihr Satz "Da wäre zum Beispiel Michael Vogt, der bei Veranstaltungen der NPD auftritt,..." ist eine solche. Ich bin nie bei einer Veranstaltung der NPD aufgetreten, das wurde mir in Leipzig auch nie vorgeworfen, und selbstverständlich belegt auch Ihr Link dies in keiner Weise.

Insofern fordere ich Sie auf, diese Unwahrheit sofort aus dem Artikel zu löschen.

Sollte dies nicht bis morgen geschehen sein, werde ich eine Strafanzeige und eine kostenbewehrte Unterlassungserklärung veranlassen.

Prof. Dr. Michael Vogt
Herr Vogt, der sich mit NPD-Leuten herumtreibt und bei secret.tv arbeitet, ist der Meinung, dass ich ein "medialer Hinrichtungsjournalist" bin, "der sich ganz im Stil des Stürmers aufführt". Natürlich weiss Herr Vogt, dass der Stürmer den Mord an den Europäischen Juden vorbereitet hat, während Wind in the Wires sich dem Kampf gegen Antisemitismus verschrieben hat. Aber da "medialer Hinrichtungsjournalismus" ein solch witziger Terminus ist, macht es mir spass als solcher bezeichnet zu werden. Dass sich jemand, der bei secret.tv arbeit jedoch darüber aufregt, ich würde Unsinn schreiben, kann ich jedoch gar nicht nachvollziehen. Welcher Schwachsinn von Deutschlands erstem Fernsehsender für Grenzwissenschaften verbreitet wird, kann man sich in meinem Text "Ufos im Irak" nachlesen.

Selbstverständlich "diffamiere" ich Herrn Vogt einzig und allein aufgrund "seiner Position". Dass er Deutscher ist und es allein deshalb schon verdient hätte, ein bisschen diffamiert zu werden, war mir bisher unbekannt. Damit mir Herr Vogt nicht schon wieder mit einer Anzeige droht, möchte ich an dieser Stelle betonen, dass ich am scherzen bin. Ich gebe das nur ungern zu, aber einige meiner besten Freunde kommen aus Deutschland. Wenn Herr Vogt mir mitteilt, welchem Glauben er angehört, bin ich gerne bereit auch darüber ein paar Witze zu machen.

Als ich die Mail von Herrn Vogt las, bekam ich es natürlich mit der Angst zu tun. Eine Anzeige! Au Backe! Soetwas möchte man natürlich auf gar keinem Fall am Hals haben und deshalb hat er umgehend eine Antwort von mir erhalten:
Guten Tag Herr Vogt,

gerne komme ich Ihrer Aufforderung nach: Damit sie sich in Zukunft nicht mehr bei mir beschweren können, zu Unrecht mit der NPD in Verbindung gebracht zu werden habe ich einfach das entsprechende Zitat aus dem Spiegel übernommen. Nun "tauchen sie" lediglich "auf der Homepage der NPD auf" und haben "an einer Veranstaltung der rechtsextremen Fraktion 'Identität, Tradition, Souveränität' (ITS) des Europäischen Parlaments teilgenommen". Ich möchte da keinen großen Unterschied zu meinem vorherigen Text sehen, aber als medialer Hinrichtungsjournalist bin ich zu Differenzierungen dieser Art vermutlich nicht in der Lage.

Ich wünsche Ihnen natürlich viel Spass mit Daniel Dingels Wasserauto, dem Ungeheur von Loch Ness und ihren "Nachforschungen" zu Rudolf Hess und seinen friedlichen Nazigesellen,

Leonard Zelig

P.S.

Natürlich behalte ich es mir vor, Ihren Leserbrief zu veröffentlichen. Eine bessere Werbung für meine Seite, als dass ein Mitarbeiter von secret.tv sie als "medialen Hinrichtungsjournalismus" kategorisiert, kann ich mir gar nicht vorstellen.
Aber auch meine Änderung wollte Herrn Vogt nicht gefallen. In dem zitierten Spiegel-Artikel heißt es nämlich: "Die Presseerklärung der NPD scheint eindeutig". Ich habe mir gedacht: Wie kann ein Blatt Papier eindeutig scheinen? Ein Blatt Papier ist natürlich eindeutig. Deshalb habe ich das Spiegel-Zitat unterbrochen und den Satz eingefügt: "Die Presseerklärung der NPD ist eindeutig". Aber auch das hielt Herr Vogt für eine Verdrehung der Tatsachen. Er schrieb mir abermals:
Hallo, Herr Zeilig,
wenn Sie meinen Brief veröffentlichen, sollten Sie daruf hinweisen, wie Sie mit der Wahrheit umgehen und zitieren.
In dem jetzt aufgenommen Zitat heißt es im Original aus sehr gutem Grunde: "Die Presseerklärung der NPD scheint eindeutig:". Und was machen Sie daraus? "Die Presseerklärung der NPD ist eindeutig:".

Das nun in der Tat ist vor dem Hintergrund, daß ich keine Presseerklärung der NPD je unterschrieben habe und von daher auch auf keiner stehe, erheblich, ob ich von einer Tatsache, die falsch ist, oder einem Anschein ausgehe.

Sie werden also dieses Zitat entweder unverändert aufnehmen, oder es bleibt meiner Ankündigung in der ersten Mail. Es gilt diesselbe Frist.

Sollten Sie im Übrigen einen Funken Fairneß haben und sich der journalistischen Mühe unterziehen, sich diese genannte Pressemitteilung zu beschaffen, so werden Sie unschwer feststellen, daß es keine Pressemitteilung der NPD ist. Das nbur nebenbei.

Und der Gipfel der Fairneß wäre, wenn Sie berichteten - denn nur das ist die Wahrheit -, daß ich irrtümlich für ca. eine Stunde auf dieser Pressemitteilung stand und dann wegen meines Protestes mein Name, der dort nicht hingehörte, sofort wieder entfernt wurde.

Also nur zu: Trauen Sie sich und veröffentlichen Sie meine Mail.

Und wenn Sie wirklich außer Diffamierung einen echten Disput wollen, lassen Sie uns über meinen Heßfilm im Netz diskutieren. Sie stellen - nachdem Sie den Film angesehen haben (das hilft) - jede Frage, die Sie wollen, und ich beantworte sie. Und dann stellen Sie alles ins Netz.

Kritik und Anregungen gehören zu einer demokratischen Streikultur, und beiden will ich mich gerne stellen. Aber dann müßten Sie sich fachlich mit dem Film auseinandersetzen und hinnehmen, daß sich der Angegriffene wehrt. Dazu fehlen in der Regel Kenntnis und Mut. Ich bin gespannt. Ich bin gerne zu einem Diskurs bereit.

Daher erneut: Trauen Sie sich und veröffentlichen Sie meine Mail - allerdings vollständig und ohne verfälschendes Zitieren.

Prof. Dr. Michael Vogt
Zwar hatte ich diesbezüglich juristisch nichts zu befürchten, denn auch der beste Anwalt wäre in diesem Falle wohl gezwungen, mir Recht zu geben, aber auch diese Änderung habe ich Herrn Vogt geschenkt. Er kann es mit sich selbst ausmachen, ob er da einen Sieg errungen hat. Wie ein Stück Papier, auf dem schwarz und weiß steht, welche Personen zur Veranstaltung geladen wurden, nicht ist, sondern bloß "scheinen" soll, ist mir zwar unklar, aber was solls. Wenn der Spiegel solch einen Mist schreibt, dann zitiere ich ihn eben. Da es mir wie bereits erwähnt egal ist, ob die Presseerklärung nun von der NPD oder vom südtiroler Trachtenverein geschrieben wurde, kann ich auf die gebotene journalistische Mühe getrost verzichten. Herr Vogt arbeitet bei secret.tv und allein das würde ausreichen, um ihn zu diskreditieren.

Über den Heß-Film werde ich natürlich nicht mit ihm diskutieren. Ein solches Machwerk bedarf keiner Diskussion. Als Rudolf Heß nach England flog, waren die deutschen Einsatzgruppen bereits dabei Juden zu ermorden. Wenn man behauptet, es habe sich um eine "Friedensmission" gehandelt, ist das selbstverständlich eine Lüge. Die Nazis wollten keinen Frieden: Ihr Ziel war es, auch den letzten Juden auf diesem Planeten zu ermorden, ein Plan, der soetwas wie "Frieden" kategorisch ausschließt.

Auf eine Diskussion über belanglose Details und gefälschte Dokumente habe ich keine Lust, denn darauf läuft es hinaus, wenn man die Shoah ausklammert und sich mit angeblichen "Friedensmissionen" von Heß beschäftigt: Am Ende kann man behaupten, eigentlich hätten die Engländer den Zweiten Weltkrieg verursacht, während die Deutschen sich um den Frieden bemüht hätten. Dann ist man da angekommen, wo man sich über den Film von Vogt ganz besonders freut, bei den Neonazis nämlich. Und für solche Positionen bietet Wind in the Wires kein Podium.

4/09/2008

Numa Numa in English

Drei Minuten Numa Numa in englischer Übersetzung:

"Kommunistenschwein"

Als nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten die ersten Kommunisten und vermeintlichen Kommunisten in die Konzentrationslager verschleppt wurden, bei denen es sich damals noch um improvisierte Einrichtungen der SA handelte, die der Folter und Erniedrigung der politischen Gegner dienten, hatte der Begriff "Kommunistenschwein" Hochkonjunktur. Leonhard R., der wegen seiner Mitgliedschaft bei der KPD in eine dieser frühen Folterstädten verschleppt wurde, in das SA-Heim in Troisdorf, erinnert sich an seine "Vernehmung" :
An einem Tag, da war der Polizeiwachtmeister Walter M[...] der Mann, der seine Kraft zeigte; ich wurde von ihm so mit der Hundepeitsche geschlagen, bis er nicht mehr konnte. Da kam Kommissar Gi[...] dran und dann M[...], bis beide erschöpft waren. Am Schluss sagte dieser Mann, als ich auf der Erde lag und alle Viere von mir streckte: "Dir Kommunistenschwein soll man den Kopf zermalmen!" und setzte mir den Fuss auf den Kopf.

Den ganzen Tag musste ich mit Gesicht und Fussspitzen und erhobenen Händen an der Wand stehen. Hier hatte man einen Spruch an die Wand geschrieben:

"Heil Hitler! Heil Moskau! Rot Front!"

Sagte ich "Heil Hitler!", so war die Antwort: "Du Kommunistenschwein wagst es, "Heil Hitler!" zu sagen?!"

[Dann] wurde ich gezwungen, den anderen Spruch zu lesen; diese Antwort lautete: "Du Kommunistenschwein wagst, dieses heute noch zu sagen?!" Dann gab es Prügel mit der Hundepeitsche.
In unzähligen Berichten von Überlebenden der Konzentrationslager wird beschrieben, welche Sprache die Deutschen in den KZ's benutzten. Karl Wagner, ein deutscher Kommunist, den die SS als Kapo im Konzentrationslager Dachau "einsetzte" und der diese Position dazu nutzte, anderen Häftlingen zu helfen, erinnert sich, wie er den deutschen Befehl verweigerte, einen Mitgefangenen zu schlagen:
Jarolin [der damalige Lagerführer von Dachau] gab mir den Befehl: 'Schlagen!' Ich antwortete: 'Ich schlage nicht!' Jarolin: 'Warum schlägst Du nicht?' Meine Antwort: 'Ich kann nicht schlagen!' Nun probierte es Jarolin mit dem Zuckerbrot: 'Versuch's,' befahl er. Meine Antwort: 'Ich schlage nicht!'' Jetzt spielte Jarolin den wilden Mann, zog die Pistole und brüllte: 'Du Kommunistenschwein, das habe ich doch gewußt!' In diesem Moment rechnete ich damit, abgeknallt zu werden. Ich riß meine Lagerältestenbinde vom Arm und warf sie auf den Bock. Jarolin aber drückte nicht ab, er gab lediglich den Befehl, mich abzuführen. Ich wurde in den Arrestbau gebracht. Fünf Tage lang saß ich im Allacher [Allach war ein Nebenlager von Dachau] Bunker. Danach wurde ich nach Dachau gebracht und mit sechs Wochen Dunkelarrest bestraft. Anschließend erhielt ich 25 Stockhiebe.
Mit dem Schimpfwort "Kommunistenschwein" sollten die politischen Gegner der Nazis nicht nur entmenschlicht werden, sondern der Begriff knüpfte auch an die nationalsozialistische Gleichsetzung "der" Juden mit den Kommunisten an. Seit jeher ist es gute deutsche Tradition, die Juden mit Schweinen in Verbindung zu bringen, vermutlich weil man davon ausgeht, sie mit dieser Bezeichnung besonders kränken zu können. Davon wie üblich das Bild von der "Judensau" war, zeugen noch heute die unzähligen Steinskulpturen, die sich an allen möglichen Orten in Deutschland finden (auf dem Foto rechts: die "Judensau" an der Stadtkirche in Wittenberg).

Nach 1945 beschimpfte man politische Gegner in Deutschland weiterhin gerne als "Kommunistenschweine" und orientierte sich dabei weiterhin am Antisemitismus der Nazis. Als zum Beispiel Veith Harlan, der Regisseur des antisemitischen Hetzstreifens Jud Süss im Jahr 1949 in Hamburg angeklagt wurde, identifizierten sich viele Deutsche mit ihm und machten die Zeugen, die gegen ihn auftraten, zum Teil einer jüdisch-kommunistischen Weltverschwörung:
Harlan gelang es, sich als unpolitischen Künstler darzustellen. Für große Teile der Bevölkerung wurde er zur Symbolfigur. Zeugen, die gegen Harlan aussagten, wurden als "Judensau" und "Kommunistenschwein" beleidigt.
Nach wie vor wird der Begriff "Kommunistenschwein" nicht nur als Schimpfwort benutzt, sondern auch als Schlachtruf dem man jemandem an den Kopf wirft, den man am liebsten ermorden würde. Bevor Rudi Dutschke 1968 erschossen wurde, hatte ihn sein Angreifer als "dreckiges Kommunistenschwein" bezeichnet. Auch in den Verfassungsschutzberichten über rechte Gewalt taucht der Begriff immer wieder auf. Dort hieß es zum Beispiel im Jahr 2004:
Am 26. März schlugen in Nürnberg zwei 18- und 19-jährige Skinheads einen Deutschen nach einem Streitgespräch nieder, traten ihn mit Stiefeln und beschimpften ihn als „Kommunistenschwein“. Anschließend zwangen sie den Angegriffenen unter Androhung von Schlägen zur Herausgabe seines Handys. Als der Geschädigte sein Handy zurückforderte, schlugen die Skinheads weiter auf ihn ein. Das Opfer erlittPrellungen im Rücken- und Brustbereich sowie Verletzungen im Gesicht.
Und auf einer Seite über rechte Gewalt in Brandenburg wird aus der Stadt Lübben berichtet:
Ein 14-jähriger Jugendlicher wurde an einer Bushaltestelle als »Schwuchtel, Neger, Penner, Kommunistenschwein« angepöbelt und geschlagen. Er erlitt Verletzungen im Gesicht und an den Zähnen.
Ebenso, wie Leuten, die sich auf die DDR beziehen, bewusst sein sollte, was für einen antizionistischen Drecksstaat sie da in die Höhe halten, sollte man annehmen, dass bekennende Antikommunisten mit der Geschichte des Schimpfwortes "Kommunistenschwein" und dessen antisemitischen Implikationen vertraut sind: Wer sich als Antikommunist bezeichnet, sollte wissen, auf welche Tradition er sich da bezieht.

Bei den Freunden der Offenen Gesellschaft wird eine Diskussion über die Situation in China geführt, wo tibetanische Mönche gemeinsam mit anderen Aktivisten gegen die Zentralregierung kämpfen, weil sie ihren eigenen Staat haben wollen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die chinesischen "Sicherheitskräfte" nicht anders mit ihren mit ihren politischen Gegnern umgehen, als man es von ihnen erwarten würde. Wie man in China Aufstände bekämpft, dürfte allgemein bekannt sein und mit Sicherheit wäre es das beste, wenn das chinesische Regime durch eine demokratische Regierung ersetzt werden würde.

Die Auseinandersetzung bei den FdoG dreht sich in erster Linie darum, ob man den Widerstand gegen die chinesische Regierung unterstützen sollte. Immerhin gibt es gute Argumente dafür, dass es sich da um eine relativ zwielichte Bewegung handelt.

Um ehrlich zu sein habe ich mich in diese Diskussion bisher nicht eingemischt, weil ich zum einen viel zu wenig Ahnung habe und mir zum anderen weder China noch Tibet besonders am Herzen liegt. Worum es mir geht ist der Umstand, dass es bei den Freunden der offenen Gesellschaft Leute gibt, die plötzlich die Ansicht vertreten, man müsse nun den Antikommunismus hochalten. Ganz so, als wolle man deutlich machen, dass es sich dabei nicht einfach um eine Kritik am Kommunismus handelt, sondern dass da auch dumpfestes Ressentiment mit an die Oberfläche gespült wird, benutzt man nun auch auf einem der vernünftigsten Blogs, die es im deutschsprachigen Netz gibt, die Rede von den "Kommunistenschweinen": Da man sich etwas auf seine Englischkenntnisse einbildet spricht man ganz unverhohlen von "commie pigs".

Sorry Leute. Sonst kann ich wirklich viel mit eurem Blog anfangen, aber das geht zu weit. Mit soetwas transportiert ihr Ressentiments, die ihr als Anhänger einer offenen Gesellschaft eigentlich bekämpfen solltet. Und wenn ihr euch tatsächlich an den USA orientieren wollt, dann macht es wenigsten richtig und lest Captain America. Der hat seine Kinderkrankheit, den stumpfen Antikommunismus aus den 1950er Jahren, schon lange überwunden und hat den Commie Smasher als fiesen Betrüger entlarvt. Und trotzdem hat Cap mit Kommunisten nun wirklich gar nichts zu tun. Es ist schließlich auch möglich Kritik am Kommunismus zu haben, ohne ins Ressentiment abzugleiten.

4/08/2008

Und nun ein bisschen Musik...

...weil ich mich mit der Uni herumärgern muss. Hier sind Amy und Ghostface Killah:

4/06/2008

Paris as I like it - Paris as I hate it

Mit Sicherheit sind meine Urlaubsfotos sehr langweilig. Trotzdem kann ich es mir nicht verkneifen zumindest ein paar davon zum Besten zu geben.

Als erstes: Paris as I like it.

BagelStore


The best burger in Paris: Royal Cheese


Western Attitude


Und nun: Paris as I hate it.

Wein ist wichtiger als Geld (oder: "Amis sind dumm!")


Uncle Sarko


Le Kennedy Black