12/30/2007

Volker Perthes und die europäische Iranpolitik

Seitdem er als Kind die Schundromane von Karl May las, hat Volker Perthes ein ausgeprägtes "Interesse am Orient" entwickelt. Deshalb hat er sein Leben der Aufgabe gewidmet, die Menschheit über die Arabische Welt aufzuklären, indem er überflüssige Bücher schreibt, denen bereits am Titel anzumerken ist, dass er seinem Jugendidol treu geblieben ist: Der letzte Schinken von Perthes heißt "Orientalische Promenaden" und davor veröffentlichte er "Geheime Gärten". Auch den Iran hat Perthes liebgewonnen und engagiert sich deshalb immer wieder für einen Frieden mit den Mullahs.

Perthes gilt als Experte und ist deshalb als Berater für die deutsche Bundesregierung tätig und hat einen Posten als Vorsitzender der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Das ist seinen Artikeln über den Iran nicht nur deshalb anzumerken, weil er immer wieder Ratschläge erteilt, sondern auch, weil deutsche und europäische Interessen im Mittelpunkt seiner Betrachtungen stehen. So verwundert es nicht, dass er es lediglich für ein "Problem" hält, wenn Ahmadinedjad, zum Massenmord an den Juden in Israel aufruft und die Shoah leugnet. Solche Äußerungen aus dem Iran sind Perthes zwar ein Ärgernis, weil sie dem Image der Mullahs schaden, aber dass Ahmadinedjad seine Drohungen ernst meinen könnte, kommt ihm nicht in den Sinn. Die Existenz Israels steht eben nicht im deutsch-europäischen Interessenkatalog. Seine Schlussfolgerung lautet deshalb: "Die ausschließliche Fokussierung auf diese beiden Probleme [gemeinst sind die iranische Aufforderung Israel "von der Landkarte zu wischen" und die Leugnung der Shoah] kann aber den Blickwinkel verengen. Denn Europas langfristige Interessen im Verhältnis zu Iran, nicht zuletzt die Energiepolitischen Dimensionen, dürfen nicht ignoriert werden." Wichtiger als der Judenstaat ist für Perthes das iranische "Potential, zum wichtigsten Partner Europas in Nahost zu werden."

Sanktionen gegen den Iran hält Volker Perthes für überflüssig. Wenn nicht einmal einen Gedanken daran verschwendet, was eine Bombe in den Händen der Mullahs bedeuten würde, benötigt man auch keinen wirtschaftlichen Druck. Die iranischen Raketen sind ohnehin auf Israel gerichtet und das ist weit weg von seinem Büro in Berlin Wilmersdorf. Wenn man Sanktionen verhängt, so lautet die Logik von Volker Perthes, dann profitieren eben andere. Das iranische Atomwaffenprogramm lasse sich dadurch nicht verhindern. Stattdessen solle man lieber auf einen "breiten Konsens" setzen, zum Beispiel mit den Russen, die den Iranern den Brennstoff für ihre Waffen liefern. Man müsse dem Iran vor allem ein "ernsthaftes Angebot zum Engagement " unterbreiten, denn nur so könne man den Mullahs klar machen, dass der Iran sich international isoliere.

Während Perthes in seinem wilmersdorfer Büro seinen Unfug von sich gibt, basteln die Iraner an der Bombe und freuen sich darüber, dass es Trottel wie den SWP-Direktor gibt, die ihnen grünes Licht geben. Mit Sicherheit hat Ahmadinedjad schon jetzt Alpträume, weil ihm "die gesamte internationale Gemeinschaft" in den Ohren liegt, sollten die Vorschläge von Volker Perthes verwirklicht werden. Weshalb man sich im Iran davor fürchten sollte, mit lukrativen Angeboten überhäuft zu werden, während Sanktionen vollkommen ausgeschlossen sind, bleibt Perthes' Geheimnis.

Aber darum geht es ja auch gar nicht, denn das würde den Blickwinkel verengen. Wenn Perthes sich darüber freut, dass ihm die amerikanischen Geheimdienste mit dem NIE-Bericht Recht gegeben haben, dann hat er die deutschen Handelsbeziehungen im Auge, denen durch die folgende Politik der Weg bereitet werden soll:
Wir als Deutsche und als Europäer müssen den Amerikanern jetzt noch deutlicher machen, dass sie einen umfassenden Dialog mit den Iranern führen muss. Und die Amerikaner müssen aufhören, Bedingungen für einen Dialog stellen. Wenn wir wollen, dass die Iraner auf Urananreicherung verzichten, ist dass das Ziel von Verhandlungen und nicht die Voraussetzung.
Perthes' Rezept für eine erfolgreiche europäische Iranpolitik ist: Möglichst viel reden und dabei den Reibach machen. Die Sicherheit Israels spielt in einem solchen Denken keine Rolle. Der Judenstaat ist für die langfristigen Interessen Europas nicht von Bedeutung.

Es ist ein Glück, dass der Staat Israel über eine hervorragende Luftwaffe verfügt, die erst vor kurzem demonstriert hat, dass sie mit atomarem Rüstzeug in den Händen ihrer Gegener kurzen Prozess macht. Sollten Leute wie Perthes sich durchsetzen, gibt es immer noch eine Hoffnung, dass die Mullahs aufgehalten werden. Dass diese momentan lediglich in der Israeli Air Force besteht ist eine Schande für die gesamte westliche Welt.

1 comment:

nichtidentisches said...

Das Lustige ist, dass Karl May den Islam ja eher absaufen lässt in seinen sehr christlichen Romanen.