6/29/2009

CASMII wird albern

Ali Fathollah-Nejad, Gründungsmitglied von CASMII, weiß wie man sich in Krisenzeiten verhält. Am besten ist es, wenn man den Kopf in den Sand steckt und versucht, die ganze Sache auszusitzen. Diese Strategie geht jedoch nur eine Zeit lang gut. Umso länger man sich in der Bredoullie befindet, umso mehr wird erwartet, dass man erklärt, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Deshalb empfiehlt es sich in einer solchen Situation zwar etwas von sich zu geben, dabei aber doch nur das zu wiederholen, was man ohnehin schon immer gesagt hat. So hält es auch Fathollah-Nejad. "Sanktionen", erklärt er der Presse im Interview, "haben bisher nichts gebracht, warum sollten sie jetzt zum Erfolg führen?" Der Dialog mit dem Iran, so Fathollah-Nejad weiter, müsse fortgesetzt werden, auch "wenn der Politologe zugibt, dass diesen zu führen angesichts der Vorkommnisse der vergangenen Tage schwieriger geworden sei." Dass CASMII diese Position vertritt, ist bekannt. Neu ist lediglich das Niveau der Argumente. Von ebenso brillianter Logik wäre der Satz: "Gestern hat es geregnet! Weshalb sollte es morgen nicht auch regnen?"

Auch auf der Homepage von Fathollah-Nejads Verein hat man sich bisher zurückgehalten. Lediglich Mohsen Massarat war blöde genug, sich weit genug aus dem Fenster zu lehnen. Aus Solidarität mit den Demonstrationen im Iran, schreibt Massarat in einem offenen Brief an Angela Merkel, dürfe man sich nicht in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates einmischen. Mit anderen Worten: Der Westen soll zuschauen, wie das Regime die Proteste im Iran unterdrückt.

Ähnliches ist auch in den anderen Beiträgen zu lesen, die mittlerweile auf der Homepage von CASMII erschienen sind. Offenbar ist es im Moment nicht so einfach die richtigen Texte zu finden. Deshalb musste ein "Aufsatz" von Charly Kneffel aus der "Berliner Umschau" übernommen werden. Als die amerikanischen Panzer im Jahr 2003 in Bagdhad einrollten, behauptete das Baath-Regime, die Truppen Saddams würden die Amerikaner in die Flucht schlagen. Ähnlich wird auf der Seite von CASMII argumentiert: "tatsächliche Bedeutung und Wahrheitsgehalt" der Ereignisse im Iran, schreibt Kneffel, könnten "kaum überprüft werden". Tatsächlich hätten die USA die Unruhen inszeniert, um ihre imperialistischen Machtinteressen durchzusetzen.

Ein Glück, dass sich der Karren mit solchen Äußerungen nicht aus dem Dreck fahren lässt. Sobald man den Kopf einmal aus dem Sand gezogen hat, kann man ihn nur schwer wieder zurückstecken. Alles was auf der Homepage von CASMII bisher gesagt wurde, verteidigt die Islamische Republik mit so dermaßen unsinnigen Argumenten, dass es in Zukunft schwer wird die Jungs ernst zu nehmen.

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