11/20/2007

Fünf Gründe den Iran jetzt zu bombardieren

Ich bin kein Militärexperte. Von Krieg verstehe ich ungefähr so viel, wie von Autos. Wie man mit Flugzeugen Nuklearanlagen bombardiert kann ich mir nicht vorstellen. Ebensowenig kann ich eine Aussage darüber treffen, wie lange es dauert Atomwaffen zu entwickeln und welche Fortschritte der Iran dabei macht. Ich bin darauf angewiesen, auf die amerikanische und israelische Regierung zu vertrauen. Ich hoffe, dass sie die richtigen Maßnahmen ergreifen.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, die USA oder Israel sollten den Iran dann angreifen, wenn es notwendig ist - das heisst so lange es gute Aussicht darauf gibt, die Mullahs daran zu hindern in den Besitz einer Atombombe zu gelangen. Vorher sollten alle Mittel ausgeschöpft werden, günstige Bedingungen für einen Militärschlag zu schaffen, die Mullahs zu schwächen und unter jeden erdenklichen Druck zu setzen.

Heute erschien auf den Seiten Jerusalem Post ein Artikel von Michael Freund, in dem die Angst geäußert wird, die USA und Israel könnten vor den Mullahs einknicken. Darüber hinaus ist Freund davon überzeugt, dass es dringend geboten ist zu handeln. Die Atomanlagen im Iran, so argumentiert er, müssen so schnell wie möglich angegriffen werden.

Hier eine Übersetzung des Textes von Michael Freund:

Fünf Gründe den Iran jetzt zu bombardieren

Von Michael Freund

Sind Amerika und Israel im Angesicht des iranischen Atomwaffenprogramms weich geworden? Trotz Sanktionen und UN Sicherheitsratsresolutionen, treibt Ahmadinedjad alle Bemühungen eine Bombe zu bauen voran. Die israelischen Sicherheitskräfte gehen davon aus, dass er sein Ziel 2009 erreicht hat.

In der tat prahlte der möchtegern Hitler aus Teheran erst am letzten Freitag, Teheran habe der westliche Opposition "getrotzt" und habe "sich Schritt für Schritt auf den Gipfel des Erfolges zubewegt".

Selbst jetzt, wo der Iran den gefährlichen Weg zu einem Atomwaffenarsenal weiter voranschreitet, schmilzt der scharfe Ton aus Washington und Jerusalem dahin.

Und das sollte uns alle sehr besorgen.

Erst letzten Monat hat Präsident Bush auf einer Pressekonferenz am 17. Oktober erklärt, "wenn man daran interessiert ist, einen Dritten Weltkrieg zu verhindern, scheint es so zu sein, dass man sie [die Mullahs im Iran] daran hindern muss, das notwendige Wissen zu bekommen Nuklearwaffen zu produzieren."

Vier Tage nach Bushs Statement gab Vizepräsident Dick Cheney eine ähnlich nachdrückliche Erklärung ab, als er beim Washington Institute for Near East Policy zu Protokoll gab: "Wir werden es dem Iran nicht erlauben, Nuklearwaffen zu besitzen. Unser Land und die gesamte internationale Gemeinschaft können nicht zusehen, wie ein Staat, der den Terror unterstützt, seine Bestrebungen in die Tat umsetzt."

Nun, so scheint es, hat sich etwas verändert. Mehrere Berichte aus den letzten Tagen weisen darauf hin, dass die US -Außenpolitik eine scharfe und tückische Kehrtwende in Richtung des billigenden Inkaufnehmens genommen hat.

Dem englischen Sunday Telegraph zur Folge, hat das Verteidigungsministerium [der USA] begonnen, seine Abschreckungspolitik in der Annahme zu verbessern, dass der Iran in den Besitz nuklearer Waffen gelangt.

Die Zeitung zitierte einen Berater des Pantagons, der sagt, dass während "Militärschläge [gegen Irans Nuklearanlagen] das Programm einige Jahre zurückwerfen würde... besteht die jetzige Auffassung darin, dass sich das Risiko nicht lohnt."

Ähnlich erklärte der Kopf des Zentralen US Militärkommandos für den Mittleren Osten der Financial Times letzte Woche (am 12. November), dass ein Präventivschlag gegen iranische Nuklearanlagen nicht "ansteht".

Reuters berichtete, Premierminister Ehud Olmert habe sein Kabinett angewiesen Vorschläge einzureichen, wie man mit "dem Tag danach" umgeht, dem Tag nach dem der Iran an die Bombe gelangt.

Was geht hier vor sich? Haben wir uns wirklich darauf vorbereitet, es dem Tyrannen von Teheran zu erlauben, unsere Existenz zu bedrohen? Ist es möglich, dass diese Berichte Teil eines Planes sind, der darauf gerichtet ist, die Iraner in einem falschen Gefühl der Sicherheit zu wiegen, bevor ein Überraschungsangriff auf die Nuklearanlagen durchgeführt wird.

Andernfalls könnte es den Wandel der politischen Realitäten in den USA reflektieren, wo sich die öffentliche Meinung, angetrieben von den liberalen Medien, gegen den Krieg im benachbarten Irak gewandt hat.

Aber wie auch immer die Realität der Situation sein mag, sollte eines klar sein: Es kann und darf dem Iran nicht erlaubt werden, in den Besitz nuklearer Waffen zu kommen.

Das ist keine Angelegenheit, in der es Uneindeutigkeiten gäbe - hier gibt es nur schwarz und weiß.

Hier fünf gute Gründe, weshalb dem so ist:

1. Ein iranisches Atomwaffenarsenal würde die gesamte Dynamik des Mittleren Ostens verändern und das Gleichgewicht der Kräfte direkt in Richtung eines radikalen Schiitischen Fundamentalismus bewegen.

Ein atomarer Iran ist dazu in der Lage, die Welt und die Region mit nukearer Erpressung und Zerstörung zu bedrohen, und sie werden diesen Einfluss nutzen, um ihre fanatischen und revolutionären Ziele zu verfolgen.

2. Ein nuklearer Iran stellt eine existenzielle Bedrohung für Israel dar, und schließlich auch für den Westen. Iranische Führer haben wiederholt und ganz direkt darauf hingewiesen, Israel von der Landkarte zu wischen und die Vereinigten Staaten anzugreifen.

Teheran hat seinen Worten Taten folgen lassen, indem es seine Raketentechnik verbessert hat. Die Shihab-3 Rakete besitzt eine Reichweite von 1.200 km, kann sowohl ganz Israel treffen, als auch US Militäranlagen im Mittleren Osten. Iran ist damit beschäftigt, die Shihab-4 zu entwickeln, die eine Reichweite von 2.000 km besitzt und Teile Europas in Reichweite bringt. Teheran verfolgt das Ziel sogar weiterreichende Interkontinentalraketen zu entwickeln, die dazu in der Lage sind, die USA zu treffen. Alle diese waffen sind dazu in der Lage, atomare Sprengköpfe zu tragen.

3. Wenn der Iran nuklear wird, treibt er die benachbarten Arabischen Staaten unvermeidlich weiter in Richtung Extremismus, weil sie versuchen werden, die mit Nuklearwaffen bestückten Ayatollahs zu befriedigen. Wie begrenzt die Chancen auch gewesen sein mögen, zumindest einige arabische Staaten ins moderate Lager zu ziehen. Sie werden sich wahrscheinlich ziemlich schnell erschöpft haben.

4. Das Unterlassen eines Vorgehens gegen den Iran wird Auslöser eines atomaren Wettrüstens in der gesamten Region sein, in dem die Staaten im Mittleren Osten versuchen strategische und militärische Gleichwertigkeit zu erlangen.

Eine Reihe von Staaten, wie Ägypten und Saudi-Arabien haben bereits erklärt, ihre eigenen Atomreaktorenzu bauen, und andere werden aus der Angst zurückgelassen zu werden unzweifelhaft nachziehen. Es dem Iran zu erlauben Atomwaffen zu entwickeln bereitet den Weg für einen Mittleren Osten, der voller Atomwaffen ist.

5. Wenn der Iran "die Bombe" entwickelt: Was hindert ihn daran, sie in die Hände der unzähligen und von ihm unterstützten antiisraelischen und antiamerikanischen Terrorgruppen zu legen, wie zum Beispiel die Hisbullah oder den Islamischen Djihad? Wollen wir es tatsächlich zulassen, dass es Terroristen zumindest möglich wird Nuklearwaffen in die Hände zu bekommen? Dabei handelt es sich mit nichten um ein "Albtraum Szenario der Neocons" oder um "Kriegshetzerisches Wunschdenken".

Es handelt sich um die kalte und harte Realität, der wir alle ins Auge sehen, so lange Washington oder Jerusalem keine militärischen Mittel ergreifen.

Kritiker erklären, ein Angriff auf den Iran wäre logistisch schwierig, politisch gefährlich und hätte ernsthafte Konsequenzen.

Der ehemalige Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen, John Bolton, erklärte der New York Times (am 9. November) : "Es besteht keine Wahl zwischen der Welt, wie sie jetzt ist und der Anwendung von Gewalt. Es handelt sich um die Entscheidung zwischen der Anwendung von Gewalt und einem Iran, der Nuklearwaffen besitzt." So betrachtet wird klar, dass es wirklich keine Wahl gibt: Die USA und/oder Israel müssen den Iran bombardieren. Sie müssen das nukleare Schwert aus den Händen des persischen Henkers entfernen.

Und sie sollten es jetzt tun - bevor es zu spät ist.

Update:
Ein Text, der sich mit den Militärstrategischen Dimensionen eines möglichen Krieges gegen den Iran auseinandersetzt, findet sich bei Castollux.

2 comments:

Henry Kissinger said...

Ich frage mich, ob es wirklich so dringend ist. Wenn ja. dann hat Michael Freund recht.

Winston Churchill said...

wow Michael Freund hat ja viel Fantasie. Die 5 Punkte die er auferlegt hat kann ein 12 jähriges Kind Faktisch wiederlegen. Und sowas nennt sich Journalist, eher ne Propoganda Maschine.