10/11/2007

Wie man in Holland denkt

Ayaan Hirsi Ali wurde der Personenschutz gestrichen. Sam Harris und Salman Rushdie fordern die holländische Regierung dazu auf, diese Entscheidung rückgängig zu machen:
Das niederländische Parlament wird den Fall Hirsi Ali in dieser Woche diskutieren. Nach Lage der Dinge ist die Entscheidung der Regierung, Hirsi Ali nur noch innerhalb der Landesgrenzen zu beschützen, wahrhaft pervers. Während die Niederländer sich über die Kosten beschwert haben, die der Schutz Hirsi Alis verursacht, ist es tatsächlich viel teurer, sie in den Niederlanden zu schützen, da gerade dort die Gefahr am größten ist.

Darüber hinaus wurde ein Versprechen gebrochen: Frau Hirsi Ali wurde dazu überredet, für das niederländische Parlament zu kandidieren und so die sichtbarste und am meisten gefährdete Verfechterin der Rechte muslimischer Frauen zu werden. Grundlage dafür war das Übereinkommen, dass solange wie nötig für ihre Sicherheit gesorgt werden würde. Gerrit Zalm in seiner Funktion als stellvertretender Ministerpräsident und Finanzminister versprach ihr diese Sicherheit ohne Einschränkung. Besonders beschämend: Jan Peter Balkenende, der niederländische Ministerpräsident, hat Hirsi Ali empfohlen, die Niederlande einfach zu verlassen, sich aber geweigert, auch nur eine Woche lang für ihren Schutz außerhalb des Landes aufzukommen - eine Woche, in der sie sich um Mittel hätten bemühen können, um ihren Personenschutz selbst zu finanzieren. Ist das der feige Versuch, fanatische Muslime in den Niederlanden zu besänftigen? Eine Warnung an die Adresse anderer niederländischer Dissidenten, keinen Ärger zu machen, indem sie allzu offen über den Islam sprechen? Oder ist es bloße Gedankenlosigkeit?
Der Mord an Theo Van Gogh hat gezeigt, dass Amsterdam eben nicht die freiheitliche Stadt ist, als die es immer dargestellt wird, sondern im Gegenteil, ein ganz gewöhnlicher Ort in Europa, an dem Kritiker des Islam auf offener Strasse ermordet werden können. Das ist den Holländern unangenehm: Jede Zeitungsmeldung über Hirsi Ali hält dem "freien" Amsterdam einen Spiegel vor Augen, erinnert es an sein Versagen im Angesicht des radikalen Isalm. Dass solch ein unangenehmes Gefühl in Abneigung gegen Hirsi Ali umschlägt ist nicht weiter verwunderlich, denn einen Fehler sucht man in Europa eigentlich nie bei sich selbst. Sogar, dass sie in die USA gegangen ist, wird Hirsi Ali als Verrat ausgelegt, da sie mit der Annahme dort vor ihren Verfolgern sicherer zu sein recht hat.

Da man in Holland nicht dazu bereit ist, eine Schuld einzugestehen, verdreht man Fakten. "Die Frau ist selbst schuld", so denkt man sich: "Hätte sie ihren Mund nicht aufgemacht, wäre das alles nicht passiert." So ist man, wie eigentlich überall in Europa, mit den Mördern Theo Van Goghs einig, denn auch der radikale Islam behauptet, "nur" auf ein Ärgernis zu reagiern. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass die Islamisten selbst morden, während man sich im "alten Europa" darauf verlassen kann, dass Andere die dreckige Arbeit übernehmen.

Ich halte es für angebracht, der holländischen Botschaft eine E-Mail zu schreiben und sie dazu aufzufordern, ihren Staatsbürgern den notwendigen Schutz zukommen zu lassen.

1 comment:

Henry Kissinger said...

In den USA ist es eben gelungen, neue EInwanderer zu integrieren. Deshalb haben die da ein geringeres Problem mit den Islamisten...